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Die Bedeutung der Vertraulichkeit für Verkäufer bei Unternehmensverkäufen

Bei einem Unternehmensverkauf ist der Wunsch den Prozess möglichst geheim zu halten oftmals zentral.

Als Verkäufer möchte man sein Unternehmen möglichst schützen und befindet sich konstant im Spannungsfeld Informationen teilen zu müssen, um dem Käufer ein umfassendes Bild zu geben und gleichzeitig keine Daten offenzulegen, die ein Betriebsgeheimnis gefährden könnten. In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick darauf, warum Vertraulichkeit für den Verkäufer von entscheidender Bedeutung ist und wie sie den Erfolg der Transaktion beeinflusst.

1. Schutz des Unternehmens:

Die Vertraulichkeit spielt eine Schlüsselrolle in Hinblick auf die Geschäftstätigkeit und den Unternehmenswert. Wenn Informationen über den geplanten Verkauf an die falschen Parteien gelangen, könnten dies negative Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung und somit den Wert des Unternehmens haben. Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter können verunsichert werden, was einerseits die Konkurrenten stärken und andererseits den Umsatz schmälern kann. Die Wahrung der Vertraulichkeit bis zur offiziellen Bekanntmachung des Verkaufs, nach erfolgter Unterzeichnung eines Kaufvertrags bzw. erfolgtem Vollzug der Eigentumsübertragung minimiert das Risiko von negativen Auswirkungen auf das Unternehmen und sorgt dafür, dass der Kaufpreis nicht durch externe Faktoren beeinflusst wird.

2. Bindung der Mitarbeiter:

Die Vertraulichkeit eines geplanten oder laufenden Unternehmensverkaufs kann ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Motivation der Mitarbeiter haben. Wenn Mitarbeiter frühzeitig von einem geplanten Verkauf erfahren, können Unsicherheit und die damit einhergehende Angst vor Veränderungen die Arbeitsmoral beeinträchtigen. Insbesondere der Faktor Zeit kann, wenn eine Transaktion beispielsweise länger dauert als angenommen, diesen Effekt massgeblich verstärken. Ein Verlust von Schlüsselmitarbeitern oder eine nachlassende Produktivität wirken sich negativ auf die Geschäftstätigkeit aus. Durch die gezielte Kontrolle der Informationsweitergabe wird nicht nur der Unternehmenswert geschützt, sondern auch eine positive Unternehmenskultur und ein reibungsloser Geschäftsbetrieb gesichert.

3.    Verhandlungsposition stärken:

Die Vertraulichkeit und die selektive Offenlegung von Informationen mit ausgewählten Parteien zu klar definierten Zeiten sind ein strategisches Werkzeug, um die Verhandlungsposition des Verkäufers zu stärken. Durch das begrenzte Teilen von Informationen behält der Verkäufer die Kontrolle über den Verkaufsprozess. Werden sensible Unternehmensdaten nur schrittweise preisgegeben, stellt dies sicher, dass potenzielle Käufer ihr Interesse aufrechterhalten. Gleichzeitig stellt es die Ernsthaftigkeit der Kaufabsicht der Parteien sicher, da eine Offenlegung weiterer Informationen an klar definierten Milestones geknüpft ist, die eine gewisse Verpflichtung der Käuferpartei bedingen. Eine starke Verhandlungsposition unterstützt die Erlangung besserer Konditionen und somit eine gesamthafte Lösung die im Sinne des Verkäufers ausgestaltet ist.

Nachdem nun auf die Bedeutung der Vertraulichkeit eingegangen wurde, sind im Folgenden einige Handlungsanweisungen aufgeführt, die einem Verkäufer helfen können, die Vertraulichkeit während des Prozesses bestmöglich zu wahren:

  1. Vorab definieren, welche Informationen besonders sensitiv sind und allenfalls geschäftsschädigend sein können.
  2. Den Kreis der Personen, die nichts über einen geplanten Verkauf erfahren dürfen festhalten und mit dem Berater teilen.
  3. Bei öffentlich zugänglichen Texten anonymisierte Beschreibungen wählen, die keine Rückschlüsse auf das Unternehmen zulassen.
  4. Den Kaufinteressenten durch gezielte Fragen prüfen (Hintergrund, Motivation, Eigenkapital).
  5. Sensitive Informationen erst nach einem unverbindlichen Angebot, im Rahmen einer formalen Due Diligence teilen.
  6. Eine sichere Lösung für das Teilen der Daten, im Rahmen der Due Diligence, wählen.
  7. Für sämtliche Korrespondenzen in Zusammenhang mit dem Verkauf eine E-Mail-Adresse wählen auf die nur Personen Zugriff und Einsicht haben, die eingeweiht sind.
  8. Keine Unterlagen im Zusammenhang mit dem Verkauf an Orten aufbewahren, die für Mitarbeiter, die keine Kenntnis vom Prozess habe, zugänglich sind.

Es wird klar, dass es im Rahmen des Verkaufsprozesses in Hinblick auf die Vertraulichkeit eine Vielzahl von Dingen zu bedenken und zu berücksichtigen gibt.

Die Vertraulichkeit bedarf einer vorsichtigen und durchdachten Kommunikationsstrategie gegenüber den diversen Parteien, die ein Interesse haben. Es ist von höchster Relevanz, dass mit allen potenziellen Käuferparteien genug Informationen geteilt werden, dass sie sich ein präzises Bild des Unternehmens machen können, jedoch nicht so viele, dass die zukünftige Geschäftstätigkeit gefährdet sein könnte. Ebenfalls gegenüber den Mitarbeitern oder im Falle von Exklusivvereinbarungen mit Kunden oder Lieferanten muss eine klare Kommunikationsstrategie geplant werden und zum richtigen Zeitpunkt zum Einsatz kommen. Dies kann essenziell für einen reibungslosen Prozess mit einem optimalen Ausgang für den Verkäufer und den weiteren Erfolg des Unternehmens sein.

Für mehr Informationen und Fragen zum Thema Vertraulichkeit beim Unternehmensverkauf, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 

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