Die Nachfolge verjüngt sich

Beobachtung aus der Praxis: Die Nachfolge verjüngt sich

Paul Monn

von Paul Monn | Kommentare

Seit Jahren stelle ich mir die Frage, warum der Begriff Nachfolge konstant mit Alter assoziiert wird. Das Wort setzt sich aus den Teilen ‘nach’ und ‘folgen’ zusammen. Ergo ist nichts von Alter zu lesen oder sehen. Was bedeuten also ‘nach’ und ‘folgen’?

Duden hat mir zu ‘nach’ unter anderem folgende Möglichkeit offenbart: Bezeichnet eine bestimmte Richtung oder ein bestimmtes Ziel. Diese Bezeichnung gefällt mir. Wie sieht es nun mit ‘folgen’ aus? Hier lautet der Vorschlag: In der gleichen Weise oder ähnlich wie jemand handeln. Auch diese Definition erachte ich als passend.

Nun, die Begriffe ‘Richtung‘ oder ‘Ziel‘ haben vermutlich wenig mit Alter zu tun. In gleicher Weise oder ähnlich wie jemand zu handeln, könnte – wenn auch entfernt – einen Bezug zum Alter haben. Doch wenn ich meinen Kindern zuschaue und zuhöre, dann folgen dort die einen den anderen, wobei das Alter nicht das entscheidende Kriterium darstellt. Vielmehr geht es um die Sache: Teilt man das Gedankengut, die Idee, die Überzeugung? Hat man dieselben Visionen? Kann man gar die Mission teilen?

In meinem Berufsleben durfte ich bereits viele Firmennachfolgen regeln. Dabei konnte ich feststellen, dass einer der wichtigsten Faktoren eine gemeinsame Vision ist. Dieses geteilte Gedankengut und schlussendlich die gemeinsamen Vorstellungen gelten als grosser Erfolgsgarant. Und das hängt weder vom Alter noch vom Verkaufspreis ab.

Ebenfalls aufgefallen ist mir die Verkürzung der Beziehungsdauer zwischen dem Unternehmen und dem Unternehmer. Daher rührt auch der Titel meines Blogbeitrags, dass die Nachfolge sich verjüngt. Viele Unternehmer gründen oder übernehmen ein Unternehmen und gehen mit der Firma in den nächsten Lebensabschnitt. Nach ungefähr 10 bis 15 Jahren trennen sich die zwei wieder. Von vielen Unternehmern habe ich bereits gehört, dass es frisches Blut und frische Ideen für ein gesundes Unternehmen braucht. Dies dient dem gesunden Fortbestand des Unternehmens.

Meine Schlussfolgerung:

Der Wunsch zur Selbständigkeit entspringt unternehmerischem Herzblut. Diesem muss konstant genügend Sauerstoff zugeführt werden, damit es die unternehmerischen Herausforderungen stemmen kann. Die Nachfolge verjüngt sich, indem sie immer wieder neue Inputs von Unternehmern bekommt. Dies hängt nicht mit dem Alter der Person, sondern mit der Dauer der Beziehung zwischen Unternehmer und Unternehmen ab. Mut zur Trennung ist gut für die Unternehmung, da es neue Impulse von einem neuen Unternehmer erhält.

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Paul Monn ist CEO der Business Broker AG und seit Jahren auf das Thema Nachfolgeregelungen spezialisiert.

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Kategorie: Firma kaufen

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